Die Schatzgräber
Anläßlich der 100 Jahr-Feier des VDP im Dom zu Mainz hatte ich das grosse Vergnügen, ein Grußwort von Steffen Chirstmann zu hören. Hier rezitierte er aus dem Gedicht “Die Schatzgräber” von Gottfried August Bürger.
Die Schatzgräber
Ein Winzer, der am Tode lag,
rief seine Kinder her und sprach:
“In unserm Weinberg liegt ein Schatz,
grabt nur danach!” - “An welchem Platz?”
schrie alles laut den Vater an. -
“Grabt nur!” - O weh! Da starb der Mann.
Kaum war der Greis zu Grab gebracht,
so grub man nach aus Leibeskraft.
Mit Hacke, Karst und Spaten ward
der Weinberg um und um gescharrt.
Da war kein Kloß, der ruhig blieb;
man warf die Erde gar durchs Sieb
und zog die Harken kreuz und quer
nach jedem Steinchen hin und her.
Allein, da ward kein Schatz verspürt,
und jeder hielt sich angeführt.
Doch kaum erschien das nächste Jahr,
so nahm man mit Erstaunen wahr,
dass jede Rebe dreifach trug.
Da wurden erst die Söhne klug
und gruben nun jahrein, jahraus
des Schatzes immer mehr heraus.
von Gottfried August Bürger
In diesem Sinne freuen wir uns jahrein, jahraus auf die guten Tropfen!
Genussvolle Grüsse für den Genuss mit allen Sinnen wünscht
